Text: Vilsbiburger Zeitung am Dienstag, den 25. Februar 2014

Ende des Jahres wird das Windrad stehen

Windrad Moosthann

Beim Spatenstich. (v.l.) Günter Beermann (Beermann Windkraft GmbH und Landesvorstand Bundesverband Windenergie); Wolfgang Schmid (Stadtwerkeleiter Vilsbiburg), Vilsbiburgs Bürgermeister Helmut Haider, stellvertretender Landrat Daniel Sporer, Ergoldsbachs Bürgermeister Ludwig Robold, Postaus Bürgermeister Johann Angstl, Werner Phillip (Clean Invest) und zwei ehemalige Grundstücksbesitzer.

Günter Beermann von Beermann Windkraft informiert Gäste beim Spatenstich

 

 Von Stefanie Wieser

 

 

Nun ist es offiziell. Einige Ehrengäste und Vertreter der involvierten Firmen nahmen am Montagmorgen den Spaten zur Hand und schaufelten demonstrativ Erde auf einem Grundstück bei Moosthann (Gemeindegebiet Postau), auf dem eine Drei-Megawatt-Windkraftanlage entstehen soll. Derzeit laufen Erdarbeiten, um die Fläche für einen großen Kran und die Logistik vorzubereiten. Im April wird das Fundament für das Windrad gegossen. Stehen soll es bis Ende des Jahres.

 

Der Bagger brummte im Hintergrund, während einige Akteure des Spatenstichs - die drei Bürgermeister Johann Angstl aus Postau, Ludwig Robold aus Ergoldsbach und Helmut Haider aus Vilsbiburg - sich am Montag über die Anlage und die Arbeiten informierten. Auskunftsfreudig waren Günter Beermann von Beermann Windkraft und Wolfgang Schmid, Stadtwerkeleiter in Vilsbiburg. Ursprünglich wollten die ehemaligen Grundstücksbesitzer ein Bürgerwindrad auf die Beine stellen. Ihnen wuchs das Vorhaben aber über den Kopf und so schaltete sich die Firma Beermann Windkraft ein, die bis vor kurzem noch Eigentümer des Grundstücks war. Mittlerweile gehört das Grundstück den Stadtwerken Vilsbiburg, die nun der Bauherr sind. Beermann Windkraft ist weiter für den Bau des Windrades zuständig. Mit im Boot ist auch Werner Philipp von Clean Invest, der sich um die Finanzierung des Projektes kümmert. „Die Baukosten inklusive Planung und Infrastruktur liegen bei 5,1 Millionen Euro", erklärte Stadtwerkeleiter Wolfgang Schmid. Zusätzlich wurde eine Nutzungsvereinbarung mit der Gemeinde Ergoldsbach getroffen. Für die Zufahrt der Baufahrzeuge und die Anlieferung des Materials wird ein Feldweg auf dem angrenzenden Gemeindegebiet Ergoldsbach entsprechend hergerichtet. Statt die Fahrzeuge durch Paindlkofen fahren zu lassen, sollen diese bei Kienoden auf einen Feldweg einbiegen, so dass Paindlkofen nicht belastet wird. Zwar wird nicht jeden Tag Baustellenverkehr unterwegs sein, doch phasenweise können zahlreiche Fahrzeuge anrollen, so Schmid.

 

Derzeit bereitet der Bagger den Boden als Untergrund für die Kranstandsfläche vor. Diese Arbeiten müssen bis Ende Februar abgeschlossen sein, da sonst brütende Vögel gestört werden könnten. Neben der Kranstandsfläche entsteht eine weitere Montagefläche. Im April soll das Fundament für das Windrad gegossen werden.

 

„Bis Ende des Jahres werden wir hier fertig sein", verkündete Günter Beermann. Das hängt unter anderem mit einer geplanten Änderung des EEG-Gesetzes zusammen. Denn alle Anlagen, die nicht vor dem 22. Januar genehmigt worden und bis zum 1. Januar 2015 fertig gestellt sind, erhalten nach den derzeitigen Plänen - verabschiedet werden soll das Gesetz laut Beermann im August - keine Einspeisevergütung mehr. Außerdem darf der Strom dann auch nicht mehr eingespeist werden, sondern soll direkt vermarktet werden. „Die Vermarktung kostet wiederum Geld", so Beermann. Dies sei das Aus für die kleinen Bürgerwindräder.

 

Nur große Energiekonzerne hätten seiner Meinung nach noch die Chance, Windräder zu bauen, wobei die Voraussetzungen für ein solches - es geht um die neue Regelung beim Abstand zur Wohnbebauung und um ausreichend Windvorkommen - in Niederbayern ohnehin schwierig sind.

 

Dazu hatte Beermann, der nicht nur mit seiner Firma, sondern auch als Landesvorstand des Bundesverbands Windenergie tätig ist, eine Umfrage mitgebracht (siehe extra Artikel) und Plakate für den Wechsel zu einem windenergiefreundlichen Kurs aufgehängt. Neben dem Bau laufen nun aber auch noch Verhandlungen, erklärt Stadtwerkeleiter Schmid.

 

Betreiber der Anlage soll eine KG sein, an der sich auch die Gemeinden und Bürger beteiligen können. Der Name steht bereits fest: „Windkraft Vilsbiburg GmbH und Co KG" soll sie heißen.

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