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Text: Vilsbiburger Zeitung am Donnerstag, den 23. Januar 2014

Reicht der "E-Wald" bald bis nach Vilsbiburg?

E-Wald bis nach Vilsbiburg
Die Vilsbiburger Delegation zu Besuch bei der E-Wald GmbH in Teisnach, von links: Prof. Dr. Georg Stephan Barfuß (Nachhaltigkeits-Management Dräxlmaier Group), Bürgermeister Helmut Haider, Wolfgang Schmid (Leiter der Stadtwerke Vilsbiburg), Sandra Wikenhauser-Hopf (Unternehmensentwicklung Dräxlmaier), Florian Gafko (Elektroplaner Delta ImmoTec GmbH), Dr. Uwe Behmel (Leiter Energie- und Umwelttechn

Wirtschaftsdelegation reist mit Bürgermeister Helmut Haider in den Bayerischen Wald

 

Vilsbiburg. Dass die Elektromobilität nicht nur in Großstädten, sondern auch im ländlichen Raum immer mehr in den Fokus rückt, zeigt sich in Vilsbiburg: Zwei funktionstüchtige Schnell-Ladesäulen für Elektrofahrzeuge stehen bereits an der Stadthalle und am Großparkplatz Färberanger. Weitere sind laut den Stadtwerken in Planung. Auch ansässige Unternehmen wie die Dräxlmaier Group oder die Delta Gruppe haben inzwischen Stromtankstellen auf ihrem Firmengelände installiert. Die Ladeinfrastruktur ist also vorhanden, nun soll die Akzeptanz bei den Bürgern weiter erhöht werden.

 

 Wie das geht, zeigen die Nachbarn im Bayerischen Wald mit dem Modellprojekt „E-Wald". In Zusammenarbeit mit der Hochschule Deggendorf hat die E-Wald GmbH in Teisnach, südöstlich von Cham, täglich Elektroautos verschiedener Modelle im Einsatz. Vom kleinen Smart electric über einen praktischen Transporter bis hin zum 306 PS starken Tesla Roadster ist für jeden Zweck etwas dabei. Und egal welches Fahrzeug Kunden mieten - verlassen können sie sich darauf, bei jedem Wetter mindestens 100 Kilometer rein elektrisch zu fahren. Das reicht für den Durchschnittspendler voll aus und mit Hilfe eines Car-Sharing-Konzepts, bei dem ein Auto kurzzeitig angemietet und dann wieder zurückgegeben wird, kann jeder Führerscheininhaber die umweltfreundlichen Elektrofahrzeuge selbst testen. Das ehrgeizige Ziel: Auf einer Fläche von etwa 7000 Quadratkilometern soll mit einer innovativen Ladesäulenstruktur, verknüpft mit intelligenten Steuerungs- und Kommunikationskonzepten, der Beweis angetreten werden, dass Elektromobilität im ländlichen Raum realisierbar ist. Bayernweit gilt der vom Freistaat geförderte „E-Wald" inzwischen als Vorzeigeprojekt.

 

Die Elektromobilität voranbringen möchten auch die Dräxlmaier Group aus Vilsbiburg und die Delta Gruppe aus Geisenhausen. So organisierten Vertreter des Automobilzulieferers sowie des Immobilienspezialisten einen Erfahrungsaustausch mit den Experten der E-Wald GmbH und fuhren dazu nach Teisnach. Mit dabei: Der Vilsbiburger Bürgermeister Helmut Haider und Wolfgang Schmid, Werkleiter der Stadtwerke Vilsbiburg, die sich ebenfalls ein Bild vom E-Wald-Projekt machen wollten. Vor Ort besichtigte die Vilsbiburger Delegation unter anderem eine Schnell-Ladestation und konnte sich im Gespräch mit dem E-Wald- Projektteam von der Realisierbarkeit der Elektromobilität überzeugen. Das einhellige Fazit: Die Zusammenarbeit soll unbedingt fortgesetzt werden.

 

Robert Huber, Leiter des Fuhrparkmanagements der Dräxlmaier Group in Vilsbiburg, hat nach erfolgreichen Praxistests im Sommer bis Herbst 2013 bereits mehrere Elektrofahrzeuge für seinen Fuhrpark bestellen lassen. Im Frühjahr dieses Jahres sollen sie eintreffen. „Mit den emissionsfreien Dienstwagen wollen wir die Elektromobilität sichtbar machen, den Nachhaltigkeitsgedanken leben und Erfahrungswerte gewinnen", bringt es Robert Huber auf den Punkt, der das Treffen mit der E-Wald GmbH organisiert hat. Gleichzeitig müsse Dräxlmaier natürlich auch die Lademöglichkeiten nach und nach erweitern, um die schnelle Betankung vieler Elektrofahrzeuge auf dem Firmengelände zu gewährleisten, fügt der Leiter des Fuhrparkmanagements an. „Am Standort in Geisenhausen erörtern wir gerade aus dem gleichen Grund den Bau einer Elektro-Tankstelle, die ‚sauberen‘ Strom aus einer Photovoltaikanlage liefert", erläutert Dr. Uwe Behmel, Leiter der Energie- und Umwelttechnik bei der Delta Management GmbH, der demnächst auf ein Elektroauto umsteigen möchte.

 

„Wir können uns jetzt vorstellen, den sogenannten E-Wald bis nach Vilsbiburg auszuweiten", fügte Helmut Haider nach dem Treffen an. „In Kombination mit dem Car-Sharing- Angebot der E-Wald GmbH könnten wir auch in unserer Stadt der Elektromobilität einen entscheidenden Schub verleihen", sagte der Bürgermeister weiter.

 

Nun wollen die Vilsbiburger die Gespräche fortführen und mit gutem Beispiel vorangehen: Gerade diskutieren die Stadträte die Anschaffung eines Elektroautos fürs Rathaus. So zeigen alle Initiativen, welchen hohen Stellenwert die E-Mobilität inzwischen in Niederbayern und besonders in Vilsbiburg hat.

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